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Im Februar 2002 ging die Firma National Machinery Company wieder in privaten Familienbesitz über. So konnte die Geschäftstätigkeit durch ein neues Unternehmen mit starker Kapitaldeckung unter dem Namen „NMLLC“, mit Andrew H. Kalnow als Mehrheitseigner und CEO, wieder aufgenommen werden. Die Familie Kalnow blickt auf eine lange Vorgeschichte als frühere Eigner von National Machinery mit direkter Managementverantwortung zurück, die bis in das frühe 20. Jahrhundert zurückreicht.

National Machinery LLC blickt mit Stolz auf die über 130jährige Geschichte der ehemaligen National Machinery zurück und gewährt Ihnen hier einen Einblick in diese Geschichte.
 

Knapp ein Jahr später wurde National auf der in Chicago stattfindenden Messe National Exposition of Railway Appliances für die besten Schraubenpresse, die beste Gewindeschneidmaschine und den besten Muttern-Warmumformer ausgezeichnet. Und es war eben dieser Gewindeschneider, der den Namen National Machinery in den Schraubenwerken weltweit bekannt machte. Die Leistung dieser Maschine beim Schneiden von Gewinden war einzigartig. Unser No. 1 Bolt Cutter schnitt Gewinde von 3/16" bis 1". Er wog ca. 400 kg und wurde zum Preis von nur US $ 233 verkauft.

Die Schraube machte jedoch lediglich die Hälfte eines Befestigungselementes aus. Die andere Hälfte war die Mutter, die für gewöhnlich warmgeschert und mit Hilfe von Warmumform-Mutternmaschinen aus rechteckigen Streifen Rohmaterials herausgestanzt wurde. Nach der Herstellung des Rohlings mussten die Muttern abgegratet und ein Gewinde gebohrt werden. In dieser Situation brachte National etwas Neues auf den Markt – den automatischen Drehgewindebohrer, bei dem der Bediener die Maschine lediglich be- und entladen muss.

1889 veröffentlichte die Zeitung „New York Daily” folgenden kurzen Bericht über National Machinery Company: "Dieses in einem Gebäude mit einer Fläche von ca. 90 m x 30 m untergebrachte Unternehmen ist riesig. Die Firma verzeichnet eine Jahresproduktion von US $ 150.000 ein und genießt den Ruf, als weltweit einziges Unternehmen Schrauben- sowie Mutternwerke mit Maschinen beliefern zu können. National Machinery steht mit Firmen in aller Welt in Kontakt und vertreibt auch ihre Maschinen weltweit."

 

Wie am Fließband wurden bei National innovative Maschinen entworfen und zur Jahrhundertwende verkaufte National Machinery Company Maschinen wie Bolzendrehmaschinen, Kopfschlagpressen, Mutternwarmpressen und sogar Kaltumformer zur Nietherstellung. Nun erstreckte sich die Firma über eine doppelt so große Fläche wie ihre ursprünglichen knapp 2.700 m2 und bereits ca. 350 Kunden.

Das Leben bei National bestand jedoch nicht nur aus Arbeit und Maschinen. Es band auch Familie, Gemeinde und das Land mit ein. Ein Beispiel hierfür war die Präsidentschaftswahl des Jahres 1888, als die Belegschaft von National Machinery geschlossen an der Wahlparty der Republikanischen Partei anlässlich der gewonnenen Präsidentschaftswahl teilnahm. Auf dem Gelände von National Machinery wurde Rindfleisch gegrillt und ein Spanferkel langsam in einem großen Ofen in unserer Gießerei geröstet. Die damals 100 Angestellten saßen an langen Tischen. Bill Anderson saß als Vorstandsvorsitzender und Gastgeber am Kopf der Tafel. General Gibson war als Ehrengast geladen und hielt nach dem Essen eine Rede.

 

Weitere gemeinsame außerbetriebliche Aktivitäten prägten schließlich den Begriff, den auch heute noch viele schätzen – „The National Family“. Fahrradausflüge waren äußerst beliebt und einige führten die Belegschaft sogar bis in den Nachbarstaat Kentucky. Damals, im Jahr 1893, hatten wir sogar eine Baseballmannschaft, die an Meisterschaften teilnahm und die Tradition des jährlichen „Family Picnic“ fand ihren Anfang.

Als Meshech Frost Bill Anderson, den Besitzer von National Bolt & Pipe Machinery Co. in Cleveland, Ohio, überredete, die Firma nach Tiffin umzusiedeln, erhielt er als “Vermittlungsgebühr” einige Anteile an der Firma. Als die Firma florierte, entschieden sich die Anteilseigner, die Firma aufzukaufen, und unterbreiteten ein Angebot. Meshech jedoch hatte andere Pläne. Er war der Ansicht, dass er, da die Investoren einen Preis festgesetzt hatten, die Möglichkeit haben sollte, sie auszubezahlen. Man wurde sich einig und Herr Frost erhielt ein Bezugsrecht auf neue Aktien der Firma. Dieses Bezugsrecht wurde ihm eingeräumt, da die anderen Investoren, die praktisch das gesamte Kapital in Tiffin und Umgebung kontrollierten, sich sicher waren, dass er das Geld zur Nutzung seines Bezugsrechtes nie auftreiben könnte. Meshech jedoch fuhr nach New York und lieh sich das Geld von einem alten Freund namens Diamond Jim Brady.

1902 war das Werk bereits gut 6.300 m2 groß. Meshech setzte die Tradition der "The National Family" fort und am Sonntag, den 20. Juni 1903, fand ein "National"-Tag im Meadowbrook Park in Bascom, Ohio, statt. Elektrisch betriebene Straßenbahnwagen verließen Tiffin um 8 Uhr morgens, brachten die Belegschaft mit ihren Familien in den Park und brachten sie um halb elf abends wieder zurück zur Firma. An diesem Tag fanden Wettrennen, Wettbewerbe und Sportveranstaltungen statt und es wurden Preise von der Perlenhalskette bis hin zur Meerschaumpfeife überreicht.

Die Modernisierung machte weitere Fortschritte und im Jahre 1908 wurde der erste deckenmontierte Kran im Werk angebracht. Mit den neuen Elektromotoren gerieten Dampfmaschinen als Antriebsmittel für unsere Längsschneidvorrichtungen ins Abseits und Strom wurde zum Antriebsmittel der Stunde.

 

Von Beginn an beflügelte uns der Unternehmergeist bei National dazu, immer neue Geschäftsbereiche zu erkunden, mal mit größerem Erfolg, mal mit kleinerem Erfolg. Wir versuchten uns an Stein- und Erzbrechern und an Öfen. Beide Bereiche erwiesen sich als nicht sehr einträglich und wurden zur Jahrhundertwende wieder aus dem Sortiment gestrichen. Unsere Maschine zur Zaunherstellung blieb ebenfalls nicht lange im Sortiment, doch unser neuer automatischer Gewindeschneider wurde zum durchschlagenden Erfolg und blieb ein halbes Jahrhundert lang im Angebot.

Über die Jahre waren und blieben Maschinen zum Umformen von Metallteilen unser Hauptstandbein. Maschinen zur Nagelherstellung kamen 1885 auf den Markt und erwiesen sich als stetige Geschäftsquelle bis weit in die 40er Jahre. Unsere Nagelpresse erfreute sich weltweit großer Beliebtheit und war zeitweise die Einzige ihrer Art auf dem Markt.

 

Das frühe 20. Jahrhundert entwickelte sich schnell zum Jahrhundert des Schienenverkehrs und wir bauten die Maschinen für die Schmieden der Schienenhersteller. Schmiedemaschinen, mit denen andere Teile als Schrauben hergestellt wurden, erfreuten sich zunehmender Nachfrage. Um 1915 erreichte die Nachfrage im Bereich der Schmiedeprodukte gerade in der Eisenbahn- und der neu entstandenen Kfz-Branche Spitzenwerte. Die Konstrukteure fanden heraus, dass Schmiedeteile weitaus belastbarer waren als Gussteile und mit steigender Nachfrage im Bereich der Schmiedeteile brachte National seine erste Horizontalschmiedemaschine, die speziell zum Schmieden von Tellen und nicht nur von Schrauben und Muttern konstruiert war, auf den Markt. Diese Maschine wurde zum Vorläufer des Maschinentyps, der heute unter dem Namen High-Duty Forging Machine (Hochleistungs-Horizontalschmiedemaschine) bekannt ist.

Über die Jahre hinweg arbeitete die "National Family" nicht nur zusammen, sondern spielte auch weiterhin zusammen Baseball und veranstaltete Picknicks (z. B. in den Jahren 1923 und 1927 am Ruggles Beach am Lake Erie). Der Preis, den die größte Frau für ihre Körpergröße gewann, war ein Sack Mehl, der Preis für den Gewinner beim Hufeisenwerfen war eine Tonne Kohlen.

Die 25 Jahre von 1925 bis 1950 brachten eine Fülle an neuen Ideen und Innovationen hervor. Man entwickelte neue Verfahren zur Produktion schwieriger Schmiedeteile und verfasste technische Abhandlungen zum Thema Schmiedeverfahren und Konstruktion von Schmiedewerkzeugen. Im August des Jahres 1925 fand die "2nd Exposition and Demonstration of Forging Machinery", die 2. Ausstellung und Demonstration von Schmiedemaschinen, bei National statt. Während dieser 4tägigen Ausstellung konnten 200 Besucher aus aller Herren Länder die neuesten Geräte und Verfahren bestaunen, die zur Herstellung von Schmiedeteilen auf dem Markt waren. Insgesamt wurden damals 35 Pressen und Schmiedemaschinen ausgestellt.

Das Interesse am Schmieden wuchs und 1927 baute National mit der 7-1/2" die weltweit größte Schmiedemaschine. Diese Maschine hatte ein Gewicht von unglaublichen 170 Tonnen. 1928 versandten wir die erste automatische Hochleistungs-Schmiedemaschine mit Zangenzuführung. Dieses absolut neue Konzept in der Schmiedetechnologie erweckte das Interesse eines anderen äußerst wichtigen Unternehmers dieser Zeit – Henry Ford. Henry kaufte eine National 4-Zoll Hochleistungsschmiedemaschine mit automatischer Zangenzuführung. Wann immer Besucher und wichtige Persönlichkeiten sein Unternehmen in Detroit besuchten, wurde ihnen sofort die National 4" Forging Machine gezeigt, die in Henry Fords Augen die bemerkenswerteste Maschine jener Tage war.

Und es kamen weitere Innovationen auf den Markt. 1930 trat eine neue Maschine mit einem neuen Namen ihren Siegeszug in der Schmiedebranche an – die Maxipresse. Obwohl die Maxipresse ursprünglich als Prägemaschine für Münzen gedacht war, wurde sie schnell zur wertvollen Bereicherung für jede Schmiedeanlage. Mit der Entwicklung einer pneumatisch betriebenen Kupplung in den frühen 40er Jahren wurde der Maschinenname geändert. Von nun an hieß die Maschine High-Speed Forging Maxipress – Maxipresse für Hochgeschwindigkeitsschmiedevorgänge.

In den 30er Jahren wuchs das Unternehmen trotz der wirtschaftlichen Depression weiter, die der amerikanischen Industrie schwer zugesetzt hatte. Tausende Menschen hatten ihre Arbeit verloren und in der Wirtschaft zeichnete sich keinerlei Besserung ab – im Gegenteil. Die “National Family" jedoch rückte in jenen Tagen noch enger zusammen. Viele Werksmitarbeiter arbeiteten nur 4 Tage pro Monat und dann meist an Maschinen, die auf Lager gebaut wurden, da nur wenige Maschinen verkauft werden konnten. Man pflegte mit viel Aufwand die großen Gärten neben den Eisenbahngleisen hinter dem Werk und schlachtete in einer nahe gelegenen Scheune Schweine, die zum Selbstkostenpreis verkauft wurden. Man initiierte ein Programm zur Lebensmittelbeschaffung und führte dieses vom Sitz der Freimaurer aus durch.

Während dieser düsteren und trostlosen Zeit arbeiteten die Konstrukteure bei National weiterhin optimistisch an Plänen für eine bessere Zukunft. Sie entwarfen neue Kaltumformer und Schraubenpressen und bauten maßstabsgetreue Holzmodelle der Maschinen, um Ihre neuen Theorien und Einfälle austesten zu können. Der erste Kaltumformer wurde zwar versandt, aber noch nicht verkauft, da er vorerst nur probeweise zum Einsatz kommen sollte. Die vorausschauende Planung der Firma, weiterhin zukunftsorientiert zu konstruieren, zahlte sich schließlich aus, als sich die Wirtschaft wieder zu erholen begann. Unsere Schraubenpressen und Kaltumformer standen bereit, um die Anforderungen der Branche zu erfüllen. Diese neuen Maschinen trugen erheblich dazu bei, dass sich National so schnell von den Folgen dieser katastrophalen Depression erholen konnte.

Das Jahrzehnt zwischen 1930 und 1940 war hart, aber zur gleichen Zeit äußerst produktiv. In diesem Zeitraum entstanden viele Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Metallumformung, wie zum Beispiel die Maxipressen, Kugelpressen, 2-Schlag-Pressen, Hochleistungsschmiedemaschinen, Mutternpressen, 1-Schlag-Kaltumformer, Kaltumformer mit offener Matrize, Langhub-Kaltumformer und Mehrstufenpressen.

1940, fünfzehn Jahre nach der Ausstellung des Jahres 1925, veranstalten wir abermals eine 3tägige Ausstellung in Tiffin, bei der neben der Ausstellung und Demonstration unserer Maschinen den Besuchern eine Reihe umgeformter und geschmiedeter Teile gezeigt wurden, anhand derer klar wurde, was die Maschinen von National zu leisten vermochten. Wir läuteten die 40er Jahre mit einem Paukenschlag ein. 1941 bauten wir unsere erste 9" Schmiedemaschine, die knapp über 238 Tonnen wog. Diese Maschine galt weltweit als größte je gebaute Schmiedemaschine. Im Gegensatz dazu brachten wir auch eine Baureihe kleiner Maschinen auf den Markt, Hohlnietpressen, von denen die Kleinste gerade einmal 1,1 Tonnen wog.

Das Picknick, das 1942 in Meadowbrook stattfand, wurde gemeinhin als willkommene Abwechslung vom hektischen Arbeitsalltag am Fließband der Kriegsjahre betrachtet. Die Energie unserer 400 Mitarbeiter richtete sich nun voll und ganz auf das Kriegsgeschehen. 1942 veranstalteten sogar wir eine firmeninterne Schrottsammlung zu Gunsten der Kriegsindustrie. 1943 trugen uns unsere Bemühungen den berühmten Preis "Army - Navy E" ein. Lediglich ca. 3,5% der in Frage kommenden Firmen in den USA wurde dieser begehrte Preis zugedacht.

Von Juni 1944 bis Dezember 1945 brachte National das Rundschreiben "Serviceman's News Bulletin" heraus. Die Angestellten von National veröffentlichten dieses Schreiben monatlich für ihre Freunde und Kameraden beim Militär, um sie über die neuesten Entwicklungen in der Heimat auf dem Laufenden zu halten. Das Jahr 1944 war noch aus einem weiteren Grund ein wichtiges Jahr. National brachte den ersten Kaltumformer für Muttern auf den Markt – eine völlig neue Technologie in der Mutternherstellung. Diese Maschine verfügte über ein einzigartiges Transportsystem, dank dem wir die Teile zwischen den einzelnen Arbeitsschritten wenden konnten, um somit die Qualität des umgeformten Mutternrohlings bei gesteigerter Produktivität und Materialeinsparungen zu verbessern. Diese Methode ist noch heute die bevorzugte Methode zur Mutternherstellung.

Die Firma wuchs weiterhin nicht nur dank neuer Produkte, sondern auch dank des Aufkaufs der E.J. Manville Company aus Waterbury, Connecticut. Dieser Aufkauf half uns, unser Sortiment an Schlitzmaschinen, Gewindewalzen und anderen Maschinen zur Herstellung von Befestigungselementen zu erweitern. Wir nahmen die Manville-Baureihe in unser Sortiment auf und stellten auch während der nächsten 20 Jahre Ersatzteile für diese Maschinen zur Verfügung.

1947 fanden mehrere Tage der Offenen Tür für die Belegschaft statt, inklusive Abendessen, das jeden Abend von einer anderen Abteilung ausgerichtet wurde. Im Jahr 1948 gab es einen weiteren Tag der Offenen Tür, an dem die Angestellten und ihre Familien die Gelegenheit hatten, die weltweit größte Schmiedepresse zu besichtigen, nämlich die 725 Tonnen schwere Nr. 10 Maxipresse. Diese robuste Presse wog mehr als die halbe Einwohnerschaft Tiffins zusammen.

Ende der 40er Jahre feierte die Firma ihr 75jähriges Bestehen mit einem optimistischen Ausblick in die Zukunft. Unser Werk umfasste nun das Dreifache seiner ursprünglichen Größe sowie 500 Mitarbeiter. National hatte sich einen weltweiten Ruf als Hersteller der besten Maschinen in der Kalt- und Warmumformung erarbeitet.

   
 
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