Dies zeigte einmal mehr, dass National Machinery eine führende Position als Hersteller und Technologieentwickler auf dem Weltmarkt inne hatte. Mit jedem Jahrzehnt wuchs die “National Family" und 1960 nahmen bereits 2.500 Menschen an unserem Firmenpicknick im Meadowbrook Park teil. Die Firma wuchs weiterhin durch den Bau eines neuen Werkes in Nürnberg, Deutschland, und durch einen weiteren Ausbau unserer Verwaltungs-, Technik- und Entwicklungsabteilungen in Tiffin.
Mit dieser neuen Schwerpunktsetzung im Bereich Umformung von komplexen Teilen wurde eine neue Maschinen-Baureihe erforderlich, beispielsweise unsere 5- und 6-Matrizen-Kaltumformer. Man entwickelte den Universaltransport (UT), um diese Baureihe moderner Umformmaschinen noch flexibler und leistungsfähiger zu gestalten.
In den frühen 60er Jahren erweiterten wir abermals unsere Produktpalette. Die neue Maxipresse für Fließpressvorgänge, 1-Matrizen-Hohlnietpressen, 2-Matrizen-3-Schlag-Kaltumformer und die größte Presse der Welt, eine 8000 MP Maxipresse waren der ganze Stolz des Tiffiner Unternehmens.
Unser Dienst an Land und Gemeinde setzte sich auch in den 60er Jahren fort und uns wurde 1963 von Präsident John F. Kennedy die “E”-Auszeichnung für bemerkenswerte Beiträge zum “Export Expansion Program”, einem Expansionsprogramm für den Export, der amerikanischen Regierung verliehen. Zu diesem Zeitpunkt hatten nur 200 Firmen in den Vereinigten Staaten diese Auszeichnung erhalten.
1966 feierte der Quarter Century Club sein 30jähriges Bestehen und hieß 36 neue Mitglieder willkommen, womit die Gesamtmitgliederschaft auf 202 stieg. Ungefähr zu dieser Zeit entwickelten wir ein Programm mit dem Titel "Vocations in Metal Working" (dt.: Berufe in der Metallumformung), das den Absolventen der örtlichen Highschool die Chance gab, eine Ausbildung in verschiedenen Handwerksberufen zu machen und so durch Erfahrung die Arbeit, die eigenen Fähigkeiten, die Maschinen und die Belegschaft der National Machinery Company kennen zu lernen – und dafür auch noch bezahlt zu werden.
Ende der 60er Jahre machte ein neuer Begriff bei National Machinery Company die Runde - Computer. Zur Verbesserung unserer Montage- und Lieferzeiten sowie zur Minimierung von Produktionsfehlern installierten wir einen neuen Rechner. Seit damals fanden wir immer wieder neue und unterschiedliche EDV-Anwendungsgebiete in unserem Unternehmen, so dass wir unser Computersystem schon mehrere Male erweitern mussten und auch heute noch immer wieder neue IT-Systeme installieren.
Mit dem Beginn der 70er Jahre entstanden neue Maschinen und Verfahren für die Kaltumformung wie am Fließband in den kreativen Köpfen und unter den geschickten Händen unserer Mitarbeiter. Der erste 1875 CF Kaltumformer konnte Teile von 430 mm Länge mit einem Gewicht von bis zu gut 3 kg mit einer Produktionsgeschwindigkeit von bis zu 35 Stück pro Minute herstellen und dabei mehr als 6.000 Tonnen Schäfte pro Stunde produzieren. Und falls Sie das nun schon für eine große Maschine halten sollten Sie erst einmal die 11.000 MP Maxipresse sehen, die wir gebaut haben. Diese Maschine war so groß, dass wir sie nicht in Tiffin, sondern nur in Japan bauen konnten. Nach dem Versand der Maschinenteile auf dem Seeweg wurde die Maschine an ihrem Standort aufgebaut und ist dort heute noch in Betrieb. Diese Maxipresse wiegt ca. 1.000 Tonnen und ist ca. 11 Meter hoch.
1970 hatten wir bereits unseren ersten Hochgeschwindigkeits-Boltmaker und unsere ersten S2-Mutternpresse verkauft, wodurch wir unser schon breites Sortiment an Hochgeschwindigkeits-Maschinen um zwei weitere Baureihen erweiterten.
Im Herbst 1970 besuchten wieder Interessenten aus aller Welt unseren Tag der Offenen Tür, an dem 13 Kalt- und Warmumformer ausgestellt und vorgeführt wurden. Die Geschäfte liefen gut, wir blickten in eine strahlende Zukunft, wir benötigten noch mehr Kapazitäten, um die neuen großen Umformer zu bauen und begannen, eine neue Montagehalle mit 200 Tonnen Krankapazität zu errichten.
Mittlerweile vergrößerten wir unseren Marktanteil in Europa und bauten unser Werk in Nürnberg durch neue Produktionshallen weiter aus, wodurch sich unser ursprüngliches Werk um gut die Hälfte vergrößerte. Im März 1972 passierten wir mit dem Verkauf unseres 1000. Hochgeschwindigkeits-Kaltumformers einen weiteren Meilenstein in unserer Firmengeschichte.
Obwohl die Werkzeugmaschinenbranche während der vergangenen Jahre unter einer Rezession gelitten hatte, hielten wir unseren hohen Arbeitspegel und waren auf den wirtschaftlichen Aufschwung, der im Jahr 1973 einsetzte, vorbereitet. Ende 1973 hatten wir unser gesamtes Produktionsvolumen für die Jahre 1974, 1975 und einen Teil des Jahres 1976 bereits verkauft.
Dank dieser Geschäftszunahme mussten wir ein weiteres Mal expandieren, suchten wir wieder nach aufzukaufenden Firmen und kauften schließlich die Special Machine Company in Rockford, Illinois, die wir auf Blechherstellung umstellten, um den Bedarf für unsere Schallschutzgehäuse zu decken. Weiterhin brauchten wir zusätzlich Produktionskapazität in Nürnberg. Aus diesem Grund kauften wir einen kleinen Hersteller in Kulmbach in Bayern, nahe Nürnberg, auf, um so die dringend benötigte Bearbeitungskapazität zu liefern.
Die 70er Jahren endeten mit 4 neuen und verbesserten Konzepten, wie beispielsweise unserer Baureihe für 3- und 4-Matrizen-Warmumformer. Bei diesen Maschinen wurden Profilstangen über einen Induktionsvorwärmer der Maschine zugeführt und mit einer Produktionsgeschwindigkeit von 150 St./Min. zu Muttern und Spezialteilen verarbeitet. Der größte Warmumformer, nämlich der 10-3 Hot Former, stellte weltweit den Rekord in Sachen Größe auf. Er wurde an einen Kunden in Frankreich verkauft, der Zahnradrohlinge und Tellerräder herstellte. Dieser große Warmumformer nahm warmgewalzte Stangen mit Durchmessern bis zu 75 mm auf und stellte mit einer Produktionsgeschwindigkeit von 45 Zahnrädern pro Minute Zahnradrohlinge mit ca. 200 mm Durchmesser her. Die kleineren Maschinen dieser Baureihen umfassten neue Maschinen wie Hochgeschwindigkeits-1-Schlag-Kugel- und Rollenpressen sowie metrische Hochgeschwindigkeits-Doppeldruck-Pressen, die in den 80er Jahren auf den Markt kamen. |