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1952 war ein weiteres einschneidendes Jahr, in dem sich die Kinder der Belegschaft um Stipendien im Wert von insgesamt US $ 6.000 bewarben. Ende 1952 war der weitere Ausbau der Bürogebäude sowie der Warenannahmen und des Warenausgangs in vollem Gange. Eine neue, ca. 17 Meter hohe Montagehalle wurde gebaut und mit einem Schwerlastkran ausgestattet. Dies waren lediglich die ersten Schritte eines werksumfassenden Neuerungs- und Ausbauprogramms, das neue Gebäude und den Einbau von über 150 Werkzeugmaschinen vorsah.

In den frühen 50er Jahren wurde die Neukonstruktion unserer Maxipressen fertig gestellt und kam in der Rüstungsindustrie für den Korea-Krieg zum Einsatz, wo so neue Standards in der Herstellung

 

geschmiedeter Turbinenblätter für Strahltriebwerke gesetzt wurden. Während des Krieges beanspruchte die Regierung quasi unsere gesamte Produktionskapazität für die Maxipressen, um die Turbinenblätter, die für den Kriegsverlauf so entscheidend waren, herstellen zu können.

Weitere Innovationen der frühen 50er Jahre waren unter anderem unsere Nagelpresse mit einer Produktionsgeschwindigkeit von 1.200 St./Min. sowie ein neuer Warmumformer für Muttern, auf dem Legierungsmuttern für Brücken und Wolkenkratzer hergestellt wurden. 1954 stellten wir neuerlich einen Rekord auf, als wir unsere erste 10" Schmiedemaschine bauten – die größte Schmiedemaschine der Welt mit einem Gewicht von gut 450 Tonnen.

1955 war der Großteil unserer Bauvorhaben realisiert. Das Werk umfasste nun über 3,7 ha und damit eine 7mal so große Fläche wie um die Jahrhundertwende. Es fand ein Tag der Offenen Tür statt, um die Werkserweiterung und unsere Investition in die 150 neuen Werkzeugmaschinen zu zeigen. Der Andrang war immens. . . mehr als 20.000 Besucher kamen.

1955 stellten wir als einziges Unternehmen auf der US $ 20 Mio. schweren Messe „Machine Tool Show“ in Chicago Maschinen zur Warm- und Kaltumformung aus. Potentielle Kunden drängten sich zusammen, um die Demonstration unserer Hochgeschwindigkeits-Produktionsanlagen zur Metallumformung sehen. Im Herbst des selben Jahres konnten wir eine Steigerung unserer Produktionskapazität von 20 % bekannt geben und schafften 32 zusätzliche Werkzeugmaschinen an. Vor uns lag eine strahlende Zukunft.

Mitte der 50er Jahre stellten wir eine brandneue Baureihe von 4-Matrizen Boltmakern her, unter anderem den größten Boltmaker der Welt. Diese Riesenmaschine verarbeitete 1 Tonne Stahl in 13 Minuten

Gegen Ende der 50er Jahre sahen wir uns mit einer Rezession konfrontiert und erstmalig mussten wir unser Arbeitspensum seit Jahren wieder auf 30 Wochenstunden herabsetzen. Dieser Zustand hielt jedoch nicht lange an und im Frühjahr 1959 hatten wir bereits wieder auf 35 und kurz darauf wieder auf 40 Wochenstunden erhöht. Im Januar 1960 hatte sich die Geschäftssituation derart verbessert, dass wir unsere Produktion wieder auf 55 Wochenstunden heraufsetzten. Ende der 50er Jahre setzte sich eine Neuerung in der Industrie durch – die Abschaffung der Stechuhr. Mit unserem neuen System des „Honor Time Plan“ wurde an das Ehrgefühl jedes einzelnen Mitarbeiters appelliert, den selbst gewählten Terminplan einzuhalten.

 

1958 vergrößerten wir unser Unternehmen ein weiteres Mal, indem wir die Firma J. G. Kayser in Nürnberg, Deutschland, aufkauften. Diese Firma mit ihrer 103jährigen Geschichte war der größte Hersteller von Kaltumformern außerhalb der USA. Dieser Firmenkauf ermöglichte es uns, auf dem internationalen Markt zu wachsen und läutete eine neue Ära für unsere internationalen Geschäfte ein.

In den 50er Jahren entwickelten und verbesserten wir die Verfahren zur Umformung immer komplexerer Teile. Wir modifizierten unsere Mehrstufenpressen und Kaltmutternpressen dahingehend, dass neu konstruierte Werkzeuge eingesetzt werden konnten.

 

Dies zeigte einmal mehr, dass National Machinery eine führende Position als Hersteller und Technologieentwickler auf dem Weltmarkt inne hatte. Mit jedem Jahrzehnt wuchs die “National Family" und 1960 nahmen bereits 2.500 Menschen an unserem Firmenpicknick im Meadowbrook Park teil. Die Firma wuchs weiterhin durch den Bau eines neuen Werkes in Nürnberg, Deutschland, und durch einen weiteren Ausbau unserer Verwaltungs-, Technik- und Entwicklungsabteilungen in Tiffin.

Mit dieser neuen Schwerpunktsetzung im Bereich Umformung von komplexen Teilen wurde eine neue Maschinen-Baureihe erforderlich, beispielsweise unsere 5- und 6-Matrizen-Kaltumformer. Man entwickelte den Universaltransport (UT), um diese Baureihe moderner Umformmaschinen noch flexibler und leistungsfähiger zu gestalten.

In den frühen 60er Jahren erweiterten wir abermals unsere Produktpalette. Die neue Maxipresse für Fließpressvorgänge, 1-Matrizen-Hohlnietpressen, 2-Matrizen-3-Schlag-Kaltumformer und die größte Presse der Welt, eine 8000 MP Maxipresse waren der ganze Stolz des Tiffiner Unternehmens.

Unser Dienst an Land und Gemeinde  setzte sich auch in den 60er Jahren fort und uns wurde 1963 von Präsident John F. Kennedy die “E”-Auszeichnung für bemerkenswerte Beiträge zum “Export Expansion Program”, einem Expansionsprogramm für den Export, der amerikanischen Regierung verliehen. Zu diesem Zeitpunkt hatten nur 200 Firmen in den Vereinigten Staaten diese Auszeichnung erhalten.

1966 feierte der Quarter Century Club sein 30jähriges Bestehen und hieß 36 neue Mitglieder willkommen, womit die Gesamtmitgliederschaft auf 202 stieg. Ungefähr zu dieser Zeit entwickelten wir ein Programm mit dem Titel "Vocations in Metal Working" (dt.: Berufe in der Metallumformung), das den Absolventen der örtlichen Highschool die Chance gab, eine Ausbildung in verschiedenen Handwerksberufen zu machen und so durch Erfahrung die Arbeit, die eigenen Fähigkeiten, die Maschinen und die Belegschaft der National Machinery Company kennen zu lernen – und dafür auch noch bezahlt zu werden.

Ende der 60er Jahre machte ein neuer Begriff bei National Machinery Company die Runde - Computer. Zur Verbesserung unserer Montage- und Lieferzeiten sowie zur Minimierung von Produktionsfehlern installierten wir einen neuen Rechner. Seit damals fanden wir immer wieder neue und unterschiedliche EDV-Anwendungsgebiete in unserem Unternehmen, so dass wir unser Computersystem schon mehrere Male erweitern mussten und auch heute noch immer wieder neue IT-Systeme installieren.

Mit dem Beginn der 70er Jahre entstanden neue Maschinen und Verfahren für die Kaltumformung wie am Fließband in den kreativen Köpfen und unter den geschickten Händen unserer Mitarbeiter. Der erste 1875 CF Kaltumformer konnte Teile von 430 mm Länge mit einem Gewicht von bis zu gut 3 kg mit einer Produktionsgeschwindigkeit von bis zu 35 Stück pro Minute herstellen und dabei mehr als 6.000 Tonnen Schäfte pro Stunde produzieren. Und falls Sie das nun schon für eine große Maschine halten sollten Sie erst einmal die 11.000 MP Maxipresse sehen, die wir gebaut haben. Diese Maschine war so groß, dass wir sie nicht in Tiffin, sondern nur in Japan bauen konnten. Nach dem Versand der Maschinenteile auf dem Seeweg wurde die Maschine an ihrem Standort aufgebaut und ist dort heute noch in Betrieb. Diese Maxipresse wiegt ca. 1.000 Tonnen und ist ca. 11 Meter hoch.

1970 hatten wir bereits unseren ersten Hochgeschwindigkeits-Boltmaker und unsere ersten S2-Mutternpresse verkauft, wodurch wir unser schon breites Sortiment an Hochgeschwindigkeits-Maschinen um zwei weitere Baureihen erweiterten.

Im Herbst 1970 besuchten wieder Interessenten aus aller Welt unseren Tag der Offenen Tür, an dem 13 Kalt- und Warmumformer ausgestellt und vorgeführt wurden. Die Geschäfte liefen gut, wir blickten in eine strahlende Zukunft, wir benötigten noch mehr Kapazitäten, um die neuen großen Umformer zu bauen und begannen, eine neue Montagehalle mit 200 Tonnen Krankapazität zu errichten.

Mittlerweile vergrößerten wir unseren Marktanteil in Europa und bauten unser Werk in Nürnberg durch neue Produktionshallen weiter aus, wodurch sich unser ursprüngliches Werk um gut die Hälfte vergrößerte. Im März 1972 passierten wir mit dem Verkauf unseres 1000. Hochgeschwindigkeits-Kaltumformers einen weiteren Meilenstein in unserer Firmengeschichte.

Obwohl die Werkzeugmaschinenbranche während der vergangenen Jahre unter einer Rezession gelitten hatte, hielten wir unseren hohen Arbeitspegel und waren auf den wirtschaftlichen Aufschwung, der im Jahr 1973 einsetzte, vorbereitet. Ende 1973 hatten wir unser gesamtes Produktionsvolumen für die Jahre 1974, 1975 und einen Teil des Jahres 1976 bereits verkauft.

Dank dieser Geschäftszunahme mussten wir ein weiteres Mal expandieren, suchten wir wieder nach aufzukaufenden Firmen und kauften schließlich die Special Machine Company in Rockford, Illinois, die wir auf Blechherstellung umstellten, um den Bedarf für unsere Schallschutzgehäuse zu decken. Weiterhin brauchten wir zusätzlich Produktionskapazität in Nürnberg. Aus diesem Grund kauften wir einen kleinen Hersteller in Kulmbach in Bayern, nahe Nürnberg, auf, um so die dringend benötigte Bearbeitungskapazität zu liefern.

Die 70er Jahren endeten mit 4 neuen und verbesserten Konzepten, wie beispielsweise unserer Baureihe für 3- und 4-Matrizen-Warmumformer. Bei diesen Maschinen wurden Profilstangen über einen Induktionsvorwärmer der Maschine zugeführt und mit einer Produktionsgeschwindigkeit von 150 St./Min. zu Muttern und Spezialteilen verarbeitet. Der größte Warmumformer, nämlich der 10-3 Hot Former, stellte weltweit den Rekord in Sachen Größe auf. Er wurde an einen Kunden in Frankreich verkauft, der Zahnradrohlinge und Tellerräder herstellte. Dieser große Warmumformer nahm warmgewalzte Stangen mit Durchmessern bis zu 75 mm auf und stellte mit einer Produktionsgeschwindigkeit von 45 Zahnrädern pro Minute Zahnradrohlinge mit ca. 200 mm Durchmesser her. Die kleineren Maschinen dieser Baureihen umfassten neue Maschinen wie Hochgeschwindigkeits-1-Schlag-Kugel- und Rollenpressen sowie metrische Hochgeschwindigkeits-Doppeldruck-Pressen, die in den 80er Jahren auf den Markt kamen.

  History 6

In den 70er und frühen 80er Jahren verzeichneten wir rekordverdächtige Auftragseingänge und Verkaufszahlen, während andere Maschinenhersteller ums wirtschaftliche Überleben kämpfen mussten. 1981 stellte unser größter Mitbewerber in den Staaten, die Waterbury Farrel Division des Textron-Konzerns, die Produktion von Umform- und Kaltumformmaschinen ein. Man hatte sich hier auf einem rückläufigen Markt befunden und stellte fest, dass man das Hauptaugenmerk besser auf die Produktion von Walzwerken als auf Kaltumformer und Gewindewalzen legte.

1982 stellte ein weiteres Unternehmen in den USA, nämlich Hartford Specialty Machinery in Connecticut, die Produktion ein. Hartford war ein Mitbewerber von National auf dem Markt für kleinere Hochgeschwindigkeits-Doppeldruck-Pressen gewesen, doch das Erfolgsprodukt dieses Unternehmens waren Flachbacken-Gewindewalzen.

 

1983 kaufte National die Gewindewalz-Abteilung der Hartford Specialty Machinery Company auf und integrierte diese Baureihe in die Tiffiner Produktpalette. Wir stellten solange Hartford Gewindewalzen her, bis wir erfolgreich unsere eigene Baureihe der technisch hoch entwickelten FORMAX Gewindewalzen konstruiert hatten. Nach der erfolgreichen Markteinführung der FORMAX Gewindewalzen stießen wir die Hartford-Baureihe an die Firma Reed Roll Thread Company ab.

Einige europäische und asiatische Mitbewerber stellten ebenfalls die Produktion ein. Mitte der 80er Jahre geriet auch National Machinery in eine wirtschaftlich äußerst prekäre Lage. Das Unternehmen litt unter der weltweiten Rezession, während sich zum ersten Mal, soweit wir zurück denken konnten, alle Märkte zugleich auf dem absteigenden Ast befanden. Seit gut 50 Jahren war dies die schwierigste Geschäftssituation, in der sich das Unternehmen befunden hatte.

Da wir in den 70er und frühen 80er Jahren hohe Kredite aufgenommen hatten, war unsere finanzielle Situation nicht mehr stabil. Unsere Banken übten Druck auf das Unternehmen auf, die Branche zu wechseln und schnellstens eine neue Geschäftsstrategie zu entwickeln, um wieder rentabel zu arbeiten und die Schulden, die in den vergangenen 15 Jahren aufgelaufen waren, abzutragen. Um das Überleben des Unternehmens zu sichern, waren grundlegende Änderungen notwendig.

Zunächst begannen wir mit einem intensiven Verkaufsprogramm, um die in den letzten Jahren angesammelten Lagerbestände abzustoßen. Gleichzeitig führten wir ein Programm zur Entwicklung neuer Technologien für unsere Kaltumformer ein, während wir gleichzeitig in Europa einen neuen Verkaufsansatz umsetzten.

Es waren schwierige Zeiten, aber die Zuversicht vieler Mitarbeiter war bei der Suche nach neuen Konzepten, die uns helfen sollten, das Überleben des Unternehmens zu sichern und die Marktspitze zurückzuerobern, entscheidend. National erhielt sich seine Kreativität und arbeitete weiterhin hart im Hintergrund. Es zeigte sich schnell, wie wichtig die Zuversicht der Belegschaft für den Wiederaufbau der Firma sein sollte. Wir bildeten Arbeitsgruppen zur Entwicklung innovativer Technologien und die positiven Auswirkungen einer solchen Zusammenarbeit zeigten sich, als wir im November 1989 in Atlanta, Georgia, auf der international Fastener Exposition (IFE) das FORMAX-Konzept vorstellten. Wir präsentierten unser neues Konzept von Umformmaschinen einem Rekordpublikum: FORMAX. Die FORMAX-Baureihe war die perfekte Lösung für Hersteller von Befestigungselementen und die Kaltumformbranche an sich und fand auch schnell Anklang bei den Kunden. Der unmittelbare Erfolg der FORMAX-Maschinen übertraf unsere kühnsten Erwartungen.

FORMAX bot den Kunden ein äußerst einfaches, bedienerfreundliches  System, das mit erhöhter Produktionsgeschwindigkeit und kurzen Umrüstzeiten die Produktivität der Maschinen immens verbesserte. Dieser neue Ansatz für Kaltumformer setzte sich weltweit schnell durch. In kürzester Zeit füllten sich unsere Produktionspläne mit Maschinenaufträgen. Der Erfolg von FORMAX ist größtenteils der Zusammenarbeit der Mitarbeiter zu verdanken, die neue Ansätze ausprobierten, um die Bedürfnisse der Kunden zu erfüllen.

 

Das FORMAX-Konzept wurde weiterhin ausgebaut und weiterentwickelt. Heute umfasst diese Baureihe zusätzlich unsere FORMAX PLUS Kaltumformer, FORMAX PLUS Gewindewalzen und FORMAX PLUS für Große Teile. 1999 stellten wir auf der Messe IFE Show in Chicago das neue FORMAX 2000-Konzept vor. Diese Technologie wird uns und die Kaltformteilebranche ins nächste Jahrhundert bringen.

Kombiniert man die Vorteile der FORMAX-Technologie mit dem Engagement unserer Mitarbeiter zu herausragendem Service und Maschinen von höchster Qualität, wird schnell klar, weshalb unser Unternehmen als "The World Standard for Excellence", der weltweite Standard für höchste Qualität gilt.

 

 

Mit dem Beginn dieses neuen Jahrhunderts sehen wir uns mit neuen Veränderungen und Chancen konfrontiert. Uns ist klar, dass in der Zukunft der Schwerpunkt auf wirtschaftlichem Wachstum und Stabilität liegt. Wir werden auch zukünftig weiterhin alles daran setzen, unsere Führungsposition  in der Kaltumformung weiter auszubauen.

National feierte 1999 sein 125-jähriges Jubiläum ununterbrochener Geschäftstätigkeit – ein Rekord, den nur wenige amerikanische Unternehmen zu überbieten vermögen. Wir haben überlebt – trotz Veränderungen sowohl in guten, als auch in schlechten Zeiten. Zahlreiche andere Unternehmen haben dies nicht zu Wege gebracht. Wir bei National Machinery blicken mit Stolz auf unsere Firmengeschichte zurück – eine Firmengeschichte, die den Erfolg von Zusammenarbeit, Anpassung an Veränderung und Zufriedenstellung der Kunden dokumentiert und feiert.

   
 
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